I N T A .
Interreligiöses Forum.
INTA bietet in jeder Ausgabe:
- Beiträge jüdischer, christlicher und muslimischer Autor_innen
- Interviews, Porträts, Berichte
- Feministische Theologie und Spiritualität
- Interdisziplinäre Perspektiven und Genderforschung
- Rituale, Predigten und Ideen für die Praxis
- Berichte von Tagungen, Treffen und Begegnungen
- Buchvorstellungen und Materialhinweise
- Nachrichten aus aller Frauen Länder
Die achte Ausgabe „hören und reden“ erschien Mitte Dezember 2015.
Herzlich willkommen!
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
„Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: zuhören. (…) Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig. Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanke kamen. (…) Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. (…) So konnte Momo zuhören!“
Der philosophische Roman von Michael Ende (1929-1995) stellt das Mädchen Momo ins Zentrum. Sie hat Zeit (das zweite große Thema des Romans) und sie hat alle Zeit der Welt, wenn sie anderen zuhört – und ihnen damit die Chance gibt, sich anders zu erleben.
Diese Fähigkeit bezeichnet die amerikanische Theologin Nelle Katherine Morton (1905-1987) als die Fähigkeit, „einander ins Sprechen zu hören“. Als frühe feministische Theologin ging es ihr dabei zunächst um die Ermutigung von Frauen, ihre eigene Geschichte zu erzählen, selbst das Wort zu ergreifen.
In dieser Ausgabe stellen wir ihnen ganz verschiedene Arten des Hörens und Zuhörens, damit auch des Lernens und manchmal Verlernens vor. Es geht uns um die Art des Hörens, die die andere Person ernst nimmt, sie verstehen will. Das Reden, das auf diese Art des Hörens folgt, hat eine besondere Qualität.
In unserem ersten Beitrag befragt die Muslimin Rabeya Müller den Buddhisten Werner Heidenreich zu seinem Verständnis des Buddhismus. Achtsam hören ermöglicht ihr dabei, Gemeinsames zu finden, ohne die Unterschiede zu nivellieren.
Die „Komparative Theologie“ hat aus dem Vergleichen eine Wissenschaft gemacht. Jennifer Nicolay stellt das am Beispiel der Wissenschaftlerin Anne Weber und einem ihrer Texte zum Buddhismus dar unter der Überschrift „Zwischen den Zeilen hören“.
Der gemeinsame Dialog kann zu dem Wunsch führen, auch gemeinsam zu beten. Im März dieses Jahres haben Rabeya Müller und Hans Mörtter gemeinsam einen christlich-muslimischen Gottesdienst gestaltet. Den Ablauf stellen wir Ihnen hier vor. An die biblischen und koranischen Texte schließt sich eine weitere Textsammlung zum Hören und Reden an.
Begegnungen, bei denen es keine gemeinsame Sprache gibt, sind schwieriger – und sie sind dennoch möglich. Junge Helfer_innen in Athen berichten von ihren Erfahrungen, mit Kindern in einem Flüchtlingscamp einen Spielenachmittag zu gestalten, aufgeschrieben von Hildegard Hülsenbeck und fotografisch dokumentiert von Michael Debets.
Fremd ist nicht immer nur das Fremde, sondern oft genug auch das Eigene. Antje Kirchhofer-Griasch hat durch ihren persönlichen Lebensweg verschiedene Ausprägungen der christlichen Traditionen kennen und schätzen gelernt und hat für uns aufgeschrieben, „Wie ich Priesterin wurde“.
Um die Vielfalt innerhalb der eigenen Tradition geht es auch im Beitrag von Susanne Matsudo-Kiliani. Mit der Frage nach einer „buddhistischen Leitkultur“ betrachtet sie unterschiedliche kulturelle Prägungen in Ost und West und beschreibt Wege der Annäherung.
Aus einer jüdischen Perspektive beschreibt Ewa Alfred Schwierigkeiten und Chancen im „Gemeinsamen Lernen und Umlernen“. Auch 70 Jahre nach der Schoa bringen Christ_innen oftmals wenig Verständnis für die Situation jüdischer Dialog-Teilnehmer_innen mit und auch auf jüdischer Seite sieht Alfred die Notwendigkeit eines besseren Hörens auf christliche Erfahrungen.
Claudia Quirrenbach, die neue Mitarbeiterin im Vereinsbüro, erläutert im Interview ihre Begeisterung für INTA und gesellschaftliche Vielfalt.
Buchbesprechungen und ausführliche Nachrichten aus aller Welt gehören wie immer dazu. Wir wünschen anregende und mutmachende Lektüre.
Für die Redaktion
Antje Röckemann
Startseite








